Eine dreiköpfige Familie mit Hüten und Strandspielzeug steht lächelnd an einem blauen Auto vor einer Meereskulisse.

Sonne ohne Reue: Im Urlaub auf den UV-Index achten

Egal ob Strand oder Städtetrip, viele schätzen die Gefahr der Sonne im Urlaub falsch ein. Wer die Haut vor Sonnenbrand und langfristigen Schäden bewahren will, sollte sich nach dem UV-Index richten. Ein Blick auf die Werte von Ferienzielen weltweit zeigt, wo die Strahlung besonders hoch ist und welcher Schutz vor Ort nötig ist.

Warum UV-Strahlung gefährlich ist

Der Mensch besitzt kein Sinnesorgan für UV-Licht. Wir können die ultraviolette Strahlung der Sonne weder sehen noch fühlen. Besonders kritisch sind UV-A- und UV-B-Strahlen. Wenn sie ungefiltert auf Haut oder Augen treffen, dringen sie tief in die Zellen ein und können das Erbgut (DNA) verändern. Im schlimmsten Fall führt das zu Hautkrebs.

In Deutschland erkranken jährlich rund 270.000 Menschen* neu daran, nicht selten als späte Folge von Sonnenbränden in Kindheit und Jugend. Denn die Haut vergisst einmal entstandene Schäden nicht, auch wenn sie sich von einem Sonnenbrand dem Anschein nach erholt.

Auch optisch hinterlässt UV-Strahlung Spuren. Sie beschleunigt die Hautalterung. Das Ergebnis: Wir bekommen deutlich früher Falten.

UV-Index: Weltweites Warnsystem für die Haut

Wie intensiv die Sonnenstrahlen sind, die am Boden ankommen, lässt sich nicht an der Temperatur ablesen, dafür gibt es den UV-Index (UVI). Dieser internationale Standard zeigt an, wie hoch das Sonnenbrandrisiko gerade ist. Je höher der Wert auf der Skala von 1 (niedrig) bis 11+ (extrem hoch) steigt, desto schneller verbrennt die ungeschützte Haut.

Da der UVI genormt ist, bedeutet er überall auf der Welt das Gleiche. Ein Wert von 8 in den österreichischen Alpen entspricht exakt derselben Strahlkraft wie an einem Strand in Thailand. Die Belastung für die Haut ist also identisch, egal wo man sich befindet. 

Wetter-Apps und Webseiten liefern den aktuellen Wert jederzeit in Echtzeit. Das macht es leicht, den passenden Sonnenschutz auszuwählen.

Infografik zum UV-Index des Nationalen Krebspräventionszentrums mit Schutzempfehlungen für die Stufen 1 bis 11+ von niedrig bis extrem.

Der passende Schutz zum UV-Wert

Neben dem aktuellen UV-Wert liefert der Index auch die passenden Tipps, wie man sich schützen kann. Bei einem UVI von 1 bis 2 sind keine Maßnahmen nötig. Das ändert sich ab einem Wert von 3, und zwar für alle Hauttypen. 

Kleidung, Hut, Sonnenbrille und Creme mit ausreichendem Lichtschutzfaktor sind jetzt Pflicht, um Hautschäden zu vermeiden. Während den Mittagstunden sollte man drinnen oder im Schatten bleiben. 

Tipps fürs richtige Eincremen

Wer zu wenig Sonnencreme nutzt, erreicht den auf der Tube angegebenen Schutz nicht. Als Orientierung hilft die Zwei-Finger-Regel: Ein Creme-Streifen in der Länge von Zeige- und Mittelfinger bemisst die nötige Menge pro Körperpartie (z. B. Gesicht, Hals, ein Arm). Besonders gründlich müssen die oft vergessenen „Sonnenterrassen“ wie Nase, Ohren oder Fußrücken eingecremt werden. Nach dem Schwimmen oder starkem Schwitzen sollte der Sonnenschutz erneuert werden.

Ab einem UVI von 6 ist die Belastung hoch. Die Mittagssonne sollte man nun konsequent meiden. Wer draußen ist, sollte seine Haut mit dicht gewebter Kleidung schützen. 

Der Stofftest hilft: Einfach den Stoff gegen die Sonne oder eine helle Lampe halten. Schimmert das Licht deutlich durch die Fasern (viele helle Lichtpunkte), gelangen auch UV-Strahlen fast ungehindert auf die Haut. Ein helles Baumwoll-Shirt bietet oft nur einen Lichtschutzfaktor von 5 bis 10. Dunkle, dicht gewebte Stoffe schützen deutlich besser.

Was beeinflusst die Intensität der Sonne?

Der UV-Index hängt vor allem vom Stand der Sonne ab. Da diese über den Tag wandert, ist die Strahlung mittags – wenn die Sonne am steilsten steht – am intensivsten. Auch die geografische Lage und die Jahreszeit haben einen Einfluss. Wer Richtung Äquator reist (zum Beispiel auf die Kanaren, nach Ägypten oder Thailand) oder hoch in die Berge steigt, ist einer deutlich aggressiveren Strahlung ausgesetzt.

Zusätzlich wirkt die Umgebung oft wie ein Verstärker: Wasser, Sand und Schnee, aber auch Asphalt oder helle Hauswände reflektieren das Licht und erhöhen die Belastung. Vorsicht auch bei Wolken: Eine leichte Decke verringert den UV-Wert kaum. 

Der Check: UV-Werte für Ferienziele weltweit

Wo ist die Gefahr für die Haut am größten? Die folgende Übersicht zeigt den jeweils typischen UV-Index in verschiedenen Städten für die Monate Juni bis August**: 

Sylt (Deutschland): 4-7

Paris (Frankreich): 6-8

Palma (Mallorca): 8-9

Iraklion (Griechenland): 9-10

Kapstadt (Südafrika): 2-4

Colombo (Sri Lanka): 11-12

Bangkok (Thailand): 11-12

Sydney (Australien): 2-4

Buenos Aires (Argentinien): 2-4

Los Angeles (USA): 9-10

Gut zu wissen: Häufige Fragen zum Sonnenschutz

Quellen: 

* Robert Koch-Institut / Zentrum für Krebsregisterdaten: Krebs in Deutschland, 15. Ausgabe (2025). Gesamtzahl der Neuerkrankungen für malignes Melanom der Haut und nicht-melanotischen Hautkrebs: https://www.krebsdaten.de/Krebs/DE/Content/Publikationen/Krebs_in_Deutschland/krebs_in_deutschland_node.html 

** Quelle: BfS - UV-Index weltweit

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