In Deutschland erkranken jährlich mehr als 500.000 Menschen neu an Krebs. Bis zu 40 Prozent dieser Fälle wären vermeidbar, etwa durch einen gesünderen Lebensstil, gezielte Aufklärung oder Impfungen.
Um dieses wertvolle Wissen aus der Forschung schneller in den Alltag zu übertragen, haben das Deutsche Krebsforschungszentrum (DKFZ), die Deutsche Krebshilfe und der Tagesspiegel den Krebspräventionsgipfel ins Leben gerufen. Gemeinsam wollen die Partner eine langfristige, evidenzbasierte Strategie für eine flächendeckende Umsetzung der Krebsprävention in Deutschland entwickeln.
Krebspräventionsgipfel 2026
Unter dem Titel „Von der Empfehlung zur Entscheidung?“ debattierten die Teilnehmenden beim zweiten Gipfel in Berlin darüber, warum der Gesundheitsschutz in der Praxis oft hinter dem Forschungsstand zurückbleibt.
Das Fazit der Diskussionen: Deutschland hat kein Erkenntnisproblem, sondern ein Umsetzungsdefizit. Die größte Aufgabe liegt darin, wissenschaftlich belegte Maßnahmen schneller, verbindlicher und nachhaltiger wirksam werden zu lassen.
Die beim ersten Gipfel definierten sechs zentralen Handlungsfelder wurden dafür anhand bestehender Erfolgsmodelle in sogenannten "Think Labs" strategisch weiterentwickelt:
- Gesellschaft: Krebsprävention als gesamtgesellschaftliche Aufgabe stärken
- Vernetzung: Zusammenarbeit relevanter Akteure ausbauen
- Politik: Prävention stärker in politische Entscheidungsprozesse integrieren
- Alltag: Schulen und andere Lebenswelten systematisch nutzen
- Zugang: Niedrigschwellige und zielgruppengerechte Angebote schaffen
- Wirtschaftlichkeit: Ökonomische Potenziale von Prävention stärker berücksichtigen
Jetzt ist konsequentes politisches und gesellschaftliches Handeln gefragt.
Rückblick: Der Auftakt 2025
Der Startschuss für die Initiative fiel am 17. Juni 2025 in Berlin. Zum ersten Gipfel kamen rund 40 Fachleute zusammen, die konkrete und messbare Handlungsempfehlungen erarbeiteten.
Diese richten sich an Entscheidungsträger in Politik, Gesundheitswesen, Forschung, Bildung und Wirtschaft und sollen der Präventionspolitik neue Impulse geben.