Der Oktober trägt Pink: Im Brustkrebsmonat Oktober, auch „Pinktober“ genannt, wird weltweit auf Brustkrebs und die Bedeutung der Früherkennung aufmerksam gemacht. Denn etwa jede achte Frau erkrankt im Laufe ihres Lebens daran.
Eine Möglichkeit der Früherkennung ist das Mammographie-Screening. Bei dieser Untersuchung wird die Brust geröntgt. Dabei können bereits kleinste Veränderungen sichtbar gemacht werden, die beim Abtasten noch nicht spürbar sind.
Bisher können Frauen zwischen 50 und 75 Jahren im Rahmen des gesetzlichen Früherkennungsprogramms alle zwei Jahre kostenlos teilnehmen. Jüngere Frauen müssen die Untersuchung aktuell noch selbst bezahlen. Mit der Neuregelung soll das Angebot künftig bereits Frauen ab 45 Jahren offenstehen.
Was ändert sich für Frauen zwischen 45 und 49 Jahren?
Die Mammographie findet nicht in der Frauenarztpraxis, sondern in einer spezialisierten Einrichtung, einer sogenannten Screening-Einheit statt. Frauen zwischen 50 und 75 Jahren erhalten dafür von einer wohnortnahen Einrichtung eine persönliche Einladung.
Voraussichtlich ab dem 1. August 2027 können auch Frauen zwischen 45 und 49 Jahren einen Termin für das kostenlose Screening vereinbaren. In der Anfangsphase müssen sie sich dafür selbst an die jeweiligen „Zentralen Stellen“ wenden, bevor ab Januar 2028 auch für diese Altersgruppe der automatische Einladungsversand greift. Welche Stellen regional zuständig sind, findet man hier.
Was passiert bei einer Mammografie?
Bei einer Mammographie werden die Brüste nacheinander für wenige Sekunden zwischen zwei Platten zusammengedrückt, um mit minimaler Strahlung scharfe Aufnahmen zu erstellen. Das kann sich kurz unangenehm oder schmerzhaft anfühlen. Danach beurteilen zwei Fachärzt:innen unabhängig voneinander die Bilder
Früherkennung bleibt eine persönliche Entscheidung
Wie wichtig die Früherkennung sein kann, zeigt eine Studie* unter Leitung des Deutschen Krebsforschungszentrums (DKFZ): Seit Einführung des Mammographie-Screenings werden mehr Brustkrebserkrankungen in einem frühen Stadium entdeckt, in dem die Behandlungsmöglichkeiten häufig besser sind.
Doch das Screening hat nicht nur Vorteile. Es kann auch zu Überdiagnosen und Überbehandlungen kommen. Das bedeutet: Bei der Untersuchung werden mitunter Tumoren entdeckt, die ohne Screening keine Beschwerden verursacht hätten. Da sich nicht sicher vorhersagen lässt, welche Tumoren sich weiterentwickeln, können daraus Behandlungen entstehen, die rückblickend nicht notwendig gewesen wären und die Betroffenen belasten.
Ob eine Frau am Brustkrebs-Screening teilnehmen möchte, entscheidet sie selbst. Wichtig ist, die möglichen Chancen und Risiken zu kennen und sorgfältig gegeneinander abzuwägen. Wer sich informieren möchte, findet auf den Seiten der Nationalen Krebspräventionswoche Broschüren und Informationsblätter zum Thema.
Gut zu wissen: Die neue Regelung ist noch nicht in Kraft. Bis dahin gelten die bisherigen Altersgrenzen. Veränderungen an der Brust sollten unabhängig vom Alter immer ärztlich abgeklärt werden.
Quelle: *The Lancet Regional Health – Europe: Breast cancer incidence, by stage at diagnosis, and mortality in 21 European countries in the era of mammography screening: an international population-based study - The Lancet Regional Health – Europe