Handlungsfeld 6: Gesundheitsökonomische Potenziale der Krebsprävention

Moderation: Prof. Dr. Michael Laxy, München

Priorisierte Maßnahmen

  • Den volkswirtschaftlichen Nutzen von Prävention sichtbar machen
  • Datenverfügbarkeit, Datenverknüpfung und Datennutzung verbessern, Simulationsmodelle entwickeln und die Forschungsförderung dafür ausbauen

Einordnung und Begründung

Wie lässt sich der ökonomische Nutzen von Prävention belastbar beziffern – und wie macht man das politisch nutzbar? Investitionen in Prävention werden häufig zunächst als Kostenfaktor gesehen, weil Kosten für Implementierung unmittelbar anfallen, während sich gesundheitliche und ökonomische Effekte oft erst zeitlich versetzt einstellen. Wichtig ist deswegen eine umfassende Betrachtung, die die Kosten von Prävention ihrem kurz-, mittel- und langfristigen Nutzen gegenüberstellt. 

Neben einer besseren Nutzung von Routine- und Sekundärdaten, etwa über das Forschungsdatenzentrum Gesundheit, könnten hierfür auch bislang kaum erschlossene Datenquellen wie die der Arbeitsmedizin intensiver für Forschung und Evaluation nutzbar gemacht werden, an die 46 Millionen Beschäftigte in Deutschland angebunden sind. Darauf aufbauend braucht es hochwertige gesundheitsökonomische Simulationsanalysen, die auf Basis der besten verfügbaren empirischen Evidenz den kurz-, mittel- und langfristigen Nutzen von Prävention belastbar abschätzen.
 

Best-Practice: Die Rolle der Krankenkassen

Für Krankenkassen haben wirtschaftliche Aspekte eine besondere Relevanz. Während ihre Gestaltungsmöglichkeiten in der Primärprävention begrenzt sind und sich deren Effekte häufig erst nach vielen Jahren zeigen, bestehen in der Sekundär- und Tertiärprävention größere Handlungsspielräume und Potentiale. Insbesondere neue Möglichkeiten für die gezielte individuelle Ansprache von Versicherten auf Basis vorhandener Daten erscheinen hier vielversprechend. Mit Begleitforschung können gezielte Präventionsansätze hinsichtlich Wirksamkeit und wirtschaftlichem Nutzen bewertet und effiziente Ansätze identifiziert werden können. Regulatorische Rahmenbedingungen sollten entsprechend weiterentwickelt werden. 

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